Dürre, Hitzewellen, einbrechende Ernten: Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft in Deutschland vor immer größere Herausforderungen – auch bei uns in Weingarten. Genau jetzt zeigt sich, warum das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft mehr ist als nur eine nette Idee: planbare Kosten statt Marktschwankungen, geteiltes Risiko statt Existenzangst, und eine Anbauweise, die mit Wasser, Boden und Vielfalt so umgeht, dass sie Krisen besser abfedert als der klassische Anbau. Ein Überblick, was das konkret bedeutet – auch bei uns auf dem Walzbachacker in Weingarten.

Inhaltsverzeichnis

Der Sommer 2026 hat es wieder deutlich gemacht: Der Klimawandel ist in der deutschen Landwirtschaft längst angekommen. Der Deutsche Bauernverband meldet für dieses Jahr eine deutlich unterdurchschnittliche Getreideernte – rund 3,3 Millionen Tonnen bzw. sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Bei Winterraps liegt das Minus sogar bei 20 Prozent, auch weil Trockenheit den Schädlingsdruck erhöht hat. Auch bei Äpfeln fällt die Ernte spürbar unter den Zehnjahresdurchschnitt aus, Futter und Stroh werden knapp. Besonders betroffen sind Süd- und Westdeutschland – also auch unsere Region.

Diese Entwicklung ist kein Ausreißer. Eine Attributionsstudie der internationalen Wissenschaftlergruppe World Weather Attribution, an der auch der Deutsche Wetterdienst beteiligt war, kommt zu dem Ergebnis, dass eine Bodendürre wie die diesjährige in Westeuropa durch die bisherige Erwärmung um 1,4 Grad rund fünfmal wahrscheinlicher geworden ist – in Osteuropa sogar elfmal (DWD). Auch der vom DWD berechnete Waldbrandgefahrenindex zeigte 2026 über weite Teile des Sommers hinweg in großen Teilen Deutschlands erhöhte bis hohe Warnstufen.

Landwirtschaft zwischen Betroffenheit und Verantwortung

Die Landwirtschaft steckt dabei in einer doppelten Rolle: Sie leidet unter Hitze, Dürre und Extremwetter – und ist zugleich selbst ein relevanter Faktor beim Klimawandel. Laut Umweltbundesamt ist sie hierzulande für rund 9,4 Prozent der deutschen Treibhausgas-Gesamtemissionen verantwortlich. Wer beim Klimaschutz ansetzen will, kommt an der Frage, wie wir Lebensmittel erzeugen, also nicht vorbei.

Für klassische, marktorientierte Betriebe bedeuten Ernteausfälle vor allem eins: wirtschaftliches Risiko. Sinkende Erträge bei gleichzeitig steigenden Kosten setzen viele Höfe unter Druck; der Ruf nach Nothilfen und Subventionen wird in solchen Jahren automatisch lauter. Wer einseitig auf wenige Kulturen setzt, ist besonders verwundbar – wer breiter aufgestellt ist, übersteht magere Jahre erfahrungsgemäß leichter.

Was Solidarische Landwirtschaft anders macht

Genau hier setzt das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) an. Statt einzelne Produkte zu Marktpreisen zu verkaufen, trägt eine feste Gemeinschaft von Mitgliedern gemeinsam die realen Kosten der Erzeugung – im Voraus, für ein ganzes Wirtschaftsjahr kalkuliert (Netzwerk Solidarische Landwirtschaft). Im Gegenzug teilen sich alle die Ernte. Das bedeutet auch: In einem schwierigen Jahr mit weniger Ertrag pro Fläche wird nicht der Betrieb allein zum Verlierer, sondern die Gemeinschaft trägt Schwankungen gemeinsam mit. Genau dieses Prinzip untersuchte auch eine Studie des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) an 80 SoLaWi-Betrieben bundesweit: Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Loslösung vom klassischen Marktmechanismus die Widerstandsfähigkeit der Betriebe gegenüber klimatischen und ökonomischen Schwankungen deutlich erhöht – unter anderem durch höhere Einkommenssicherheit und mehr Spielraum für ökologische Wirtschaftsweise. Mittlerweile arbeiten deutschlandweit rund 600 Betriebe und Initiativen nach diesem Modell.

Planbare Kosten statt Marktschwankungen – auch bei uns

Auch bei Gutes Gemüse profitieren Gärtner:innen und Mitglieder von genau diesem Prinzip. Unsere Ernteanteile – 99 Euro im Monat für den großen, 54 Euro für den kleinen Anteil (Stand 2026) – sind über die gesamte Laufzeit von zwölf Monaten fest kalkuliert. Ob ein Jahr besonders trocken ausfällt, eine Kultur schwächelt oder Schädlinge zusetzen: Der Beitrag bleibt stabil, weil er die Produktion als Ganzes finanziert und nicht einzelne Kilo Gemüse zu tagesaktuellen Preisen bezahlt. Unser Gärtner-Team kann dadurch langfristig planen, samenfestes Saatgut nutzen und ganz auf Kunstdünger und Pestizide verzichten – Entscheidungen, die sich für einen Betrieb, der jeden Monat neue Marktpreise fürchten müsste, kaum in dieser Konsequenz treffen ließen.

Auch ohne gemeinsame Bieterrunde bleibt dabei das solidarische Prinzip erhalten: Wer kann, gibt mehr; wer weniger zur Verfügung hat, wird von finanzstärkeren Haushalten mitgetragen. Kurz gesagt: Jede und jeder gibt, was er oder sie kann – nur eben nicht mehr an einem gemeinsamen Stichtag, sondern individuell und laufend über das Jahr verteilt.

Das heißt nicht, dass wir von Wetterextremen verschont blieben – auch auf dem Walzbachacker macht sich Trockenheit oder ein verregneter Frühsommer bemerkbar. Der Unterschied liegt darin, wer das Risiko trägt: gemeinsam die Gemeinschaft, planbar und ohne dass ein einzelner Ernteausfall gleich die Existenz des Betriebs gefährdet – und ohne dass die Preise für die Mitglieder von heute auf morgen steigen, wie es an der Gemüsetheke im Supermarkt in einem solchen Jahr durchaus passieren kann.

Wasser ist auch für uns keine unbegrenzte Ressource

Auch wir sind nicht unabhängig vom Wetter – gerade Gemüse hat einen vergleichsweise hohen Wasserbedarf, und in langen Trockenphasen wird Wasser vielerorts zur knappen Ressource (Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen). Der Unterschied liegt in der Art, wie wir mit dieser Abhängigkeit umgehen. Auf dem Walzbachacker setzen wir bewusst auf Mulchmaterial statt auf offenen, unbedeckten Boden. Eine Mulchauflage verringert die Verdunstung an der Bodenoberfläche spürbar – Fachleute sprechen von rund einem Drittel weniger Wasserverlust im Vergleich zu unbedecktem Boden (kraut&rüben). Gleichzeitig schützt Mulch den Boden vor dem Verschlämmen und Aufreißen bei Hitze, verbessert die Bodenstruktur und fördert das Bodenleben, das wiederum Wasser besser im Boden hält (oekolandbau.nrw.de; LLH Hessen).

Auch bei Starkregen zahlt sich das aus: Statt oberflächlich abzufließen und Erde mitzureißen, wird das Wasser zunächst von der Mulchschicht aufgenommen und sickert erst nach und nach in den Boden ein – ein wirksamer Schutz vor Erosion, wie ein Forschungsprojekt der Universität Kassel zum Gemüseanbau im Klimawandel zeigt (hessenschau.de). Konsequent gemulchte, dauerhaft durchwurzelte Böden benötigen dadurch spürbar weniger zusätzliche Bewässerung als offene Flächen (LLH Hessen).

Für uns heißt das: weniger Gießen, weniger Erosion, ein Boden, der Wasser bei Starkregen aufnehmen statt abschwemmen kann – und der auch in Trockenperioden länger feucht bleibt als konventionell bearbeitete Flächen. In Kombination mit dem Verzicht auf schwere Maschinen und Kunstdünger bauen wir so über die Jahre Humus auf, der wiederum selbst Wasser speichert. Verantwortungsbewusster Umgang mit Wasser ist bei uns also kein Lippenbekenntnis, sondern Teil der täglichen Bodenarbeit auf dem Acker.

Kontinuierliche Mitgliedschaft statt Bieterrunde: ein zweiter Sicherheitsmechanismus

Die SoLaWi-Bewegung wächst in Deutschland weiter – von rund 30 Betrieben 2013 auf mittlerweile über 600 (Netzwerk Solidarische Landwirtschaft) –, allerdings mit spürbaren Reibungsverlusten: Mehrere Betriebe berichten von Mitgliederschwund nach dem Ende der Pandemie und von steigendem Preisdruck, wie zuletzt ein Vernetzungstreffen bayerischer Bioland-SoLaWis zeigte (Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt). Ein struktureller Grund dafür liegt oft im verbreiteten Modell der jährlichen Bieterrunde: Weil sich dort alle Mitglieder zu einem gemeinsamen Stichtag neu verpflichten, kann ein überdurchschnittlicher Austritt an genau diesem Termin eine plötzliche Finanzierungslücke für das ganze Jahr reißen.

Bei Gutes Gemüse haben wir uns bewusst gegen dieses Modell entschieden. Mitglieder können jederzeit einsteigen und bleiben dann zwölf Monate ab ihrem individuellen Startdatum dabei. Ein- und Austritte verteilen sich dadurch über das ganze Jahr, statt sich an einem Stichtag zu bündeln – eine zweite, von den Kosten unabhängige Ebene an Planungssicherheit, die uns auch in einem angespannteren Marktumfeld verlässlich arbeiten lässt.

Dabei ist uns wichtig: Digitalisierung – von der Anbauplanung bis zur Vereinsverwaltung – heißt bei uns nicht, dass die Gemeinschaft nur noch online stattfindet. Die samstägliche Abholung am Walzbachacker ist bewusst mehr als eine Übergabe: Sie ist der Moment, an dem sich Mitglieder wie bei einem kleinen Stammtisch begegnen, austauschen und den Bezug zu „ihrem“ Acker lebendig halten.

Humusaufbau: Wenn der Boden selbst zum Klimaschützer wird

Bislang ging es vor allem darum, wie wir uns an den Klimawandel anpassen. Unsere Art der Bodenbearbeitung leistet aber auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz selbst. Landwirtschaftlich genutzte Böden in Deutschland speichern insgesamt rund 2,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Form von Humus – mehr als doppelt so viel, wie im gesamten deutschen Waldbestand gebunden ist (HumusKlimaNetz). Wie viel Kohlenstoff ein Boden zusätzlich aufnehmen kann, hängt entscheidend davon ab, wie er bewirtschaftet wird: Mulchauflagen, der Verzicht auf Kunstdünger, wenig Maschineneinsatz und eine durchgehende Bodenbedeckung fördern den Humusaufbau, weil abgestorbenes Pflanzenmaterial und Wurzelreste von Bodenlebewesen in stabile Kohlenstoffverbindungen umgewandelt werden (Wochenblatt; HumusKlimaNetz).

Schon eine Humuszunahme von 0,1 Prozent pro Hektar entspricht einer Bindung von rund drei bis sechs Tonnen CO₂ (Wochenblatt) – ein Effekt, der sich über die Jahre auf unseren Feldern in Weingarten Stück für Stück aufbaut. Gleichzeitig profitiert davon auch unsere Ernte direkt: Ein höherer Humusgehalt verbessert die Wasserspeicherfähigkeit und Bodenstruktur und macht unsere Kulturen widerstandsfähiger gegenüber genau den Wetterextremen, die der Klimawandel wahrscheinlicher macht. Klimaanpassung und Klimaschutz gehen auf dem Walzbachacker also Hand in Hand.

Vielfalt statt Monokultur: Warum unsere Erntemenge stabil bleibt

Neben stabilen Kosten sorgt bei uns noch ein zweiter Faktor für Verlässlichkeit: die Art, wie wir überhaupt anbauen. Gutes Gemüse arbeitet nach dem sogenannten Market-Gardening- bzw. Marktgarten-Prinzip – einem aus Frankreich stammenden, mittlerweile auch in Deutschland verbreiteten Konzept des kleinflächigen, intensiven Gemüseanbaus. Statt weniger Kulturen auf großer Fläche wachsen dabei viele verschiedene Gemüsesorten dicht gestaffelt auf festen Dauerbeeten, die Jahr für Jahr ihren Platz behalten (Bundeszentrum für Ernährung). Bearbeitet werden diese Beete überwiegend mit Handwerkzeugen statt mit schweren Maschinen – der Boden wird dadurch nur minimal gestört und nicht verdichtet, das Bodenleben bleibt intakt (Bundeszentrum für Ernährung).

Für uns bedeutet das vor allem eines: Risikostreuung. Wenn wir statt weniger Massenkulturen ein sehr breites Sortiment gleichzeitig anbauen, trifft ein Wetterextrem, ein Schädling oder eine Pilzkrankheit im Zweifel immer nur einen Teil der Kulturen – nie die gesamte Ernte. Fällt der Salat wegen Hitze schwächer aus, liefern Wurzelgemüse oder robustere Kohlarten oft trotzdem verlässlich. Diese Vielfalt planen wir nicht dem Zufall überlassen, sondern über unsere digitale Anbauplanung: Fruchtfolgen, Aussaat- und Erntetermine sowie Beetbelegung werden systematisch über die Saison gestaffelt, sodass Beete kontinuierlich neu bepflanzt werden und Nährstoff- wie Krankheitsdruck durch sinnvollen Kulturenwechsel reduziert bleiben. Weil wir zudem konsequent auf schwere Maschinen verzichten, bleibt der Boden über die Jahre locker und durchlässig, statt durch Verdichtung an Wasseraufnahme- und Wurzelraum zu verlieren. In der Summe heißt das: Auch wenn einzelne Kulturen in einem schwierigen Jahr schwächeln, bleibt unsere gesamte Erntemenge über die Saison hinweg deutlich stabiler, als es ein Betrieb mit wenigen Hauptkulturen auf großer Fläche erreichen könnte.

Kurze Wege, keine Verpackung: Klimaschutz beim Transport

Auch abseits des Feldes sparen wir Emissionen ein, die in der konventionellen Lebensmittelkette kaum vermeidbar sind. Weil unser Gemüse ausschließlich auf eigenen Flächen in Weingarten wächst und ohne Zwischenhandel direkt an die Mitglieder geht, entfallen die langen Transportwege, die einen Großteil der Klimabilanz von Supermarktware ausmachen: Je weiter ein Lebensmittel transportiert wird, desto mehr Emissionen entstehen dabei – bei importiertem Spargel etwa macht das gegenüber regionaler Ware rund 99 Prozent des CO₂-Ausstoßes aus (Verbraucherzentrale).

Weil unser Gemüse nicht wochenlang transport- und lagerfähig sein muss, verzichten wir zudem komplett auf Verpackung. Bundesweit fielen laut einer vom NABU beauftragten Studie zuletzt über 100.000 Tonnen Verpackungsmüll allein durch vorverpacktes Obst und Gemüse an, der Großteil davon Kunststoff (NABU). Bei uns entfällt dieser Müll von vornherein – ihr holt euer Gemüse frisch vom Acker, ohne Folie, Netz oder Plastikschale.

Vielfalt lebt auch über der Erde: unsere Bienen und Blühflächen

Klimaanpassung ist nicht nur eine Frage von Wasser und Boden, sondern auch von funktionierenden Ökosystemen. Ein zentraler, oft unterschätzter Baustein dabei sind bestäubende Insekten: Fast 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind hierzulande auf Insektenbestäubung angewiesen, doch ihre Zahl geht durch Pestizideinsatz, Lebensraumverlust und den Klimawandel selbst spürbar zurück (NABU). Eine höhere Bestäuberdichte wirkt sich dabei direkt positiv auf Ertrag und Ernährungssicherheit aus – gerade für kleinstrukturierte Betriebe wie unseren (BUND Naturschutz).

Mit unserem Bienenstand am Walzbachacker leisten wir dazu einen direkten Beitrag. Ergänzend legen wir Blühflächen an, die Nahrungs- und Lebensraum nicht nur für Honigbienen, sondern auch für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten bieten – orientiert an den Prinzipien des Netzwerks Blühende Landschaft, das sich bundesweit für mehr Blütenvielfalt in der Kulturlandschaft einsetzt. Zusammen mit dem Verzicht auf Pestizide und der Vielfalt unserer Kulturen schaffen wir so genau die Bedingungen, die Insekten brauchen – und sichern damit langfristig auch unsere eigene Ernte ab.

Faire Arbeit als Teil der Antwort

Auch bei uns arbeitet das Gärtner-Team bei Wind und Wetter im Freien – Hitzetage im Sommer gehen an niemandem spurlos vorbei, klimatisierte Rückzugsräume gibt es bislang nicht, und in den arbeitsintensiven Sommermonaten fallen ehrlicherweise auch Überstunden an, die im Winter wieder ausgeglichen werden. Was wir unseren Gärtner:innen aber bieten können, ist ein sicherer wirtschaftlicher Rahmen: Statt saisonaler, oft prekärer Beschäftigung sind unsere vier Gärtner:innen sozialversicherungspflichtig und langfristig angestellt – möglich durch die vorfinanzierte, planbare Struktur der Solidarischen Landwirtschaft. Mit eigenem Stromanschluss und einem Kühlschrank auf dem Acker haben wir zudem erste kleine Verbesserungen für den Arbeitsalltag geschaffen; weitere, etwa zum Hitzeschutz, sind ein Thema, das wir weiter im Blick behalten.

Gemeinsam stabiler – auch mental

Der Klimawandel belastet längst nicht mehr nur Böden und Ernten, sondern auch die Psyche. Eine im Fachjournal The Lancet Planetary Health veröffentlichte internationale Studie mit 10.000 jungen Menschen aus zehn Ländern zeigt, dass sich rund 60 Prozent von ihnen wegen des Klimawandels „sehr“ oder „extrem“ sorgen (The Lancet Planetary Health). Die Forschung zu Klimaangst und Klimatrauer weist dabei übereinstimmend darauf hin, dass individuelle Bewältigungsstrategien erst im Zusammenspiel mit sozialer Resilienz – also der Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften – ihre volle Wirkung entfalten, und dass für viele Menschen gerade das gemeinsame Engagement in einer Gruppe oder Organisation besser hilft als rein individuelle Strategien (klimafakten.de).

Genau das bietet eine SoLaWi-Gemeinschaft: Statt der Klimakrise allein und passiv zuzusehen, wird bei uns jeden Samstag sichtbar, dass Ernährung auch anders organisiert werden kann – gemeinsam, konkret und mit eigenen Händen. Das ersetzt keine Klimapolitik, aber es macht einen Unterschied, ob man Krisen allein oder als Teil einer Gemeinschaft begegnet, die aktiv etwas verändert.

Ein Baustein von vielen

Solidarische Landwirtschaft löst den Klimawandel nicht allein. Aber sie zeigt im Kleinen, wie Ernährung krisenfester und klimafreundlicher organisiert werden kann: kurze Wege, samenfestes Saatgut, Verzicht auf Kunstdünger, keine Verpackung – und eine Kostenstruktur, die nicht jedes Extremwetterjahr sofort an die Verbraucher:innen weiterreicht.

Mit unserer überschaubaren Anbaufläche in Weingarten werden wir den Klimawandel nicht aufhalten – das wäre vermessen zu behaupten. Aber im Kleinen zeigen wir, dass es geht: ein Stück Landwirtschaft, das mit Wasser und Boden verantwortungsvoll umgeht, faire Arbeit ermöglicht und inzwischen 152 Haushalten – mindestens 300 Menschen – vorlebt, dass Ernährung auch anders organisiert werden kann. Wenn genug Menschen an ihrem Ort einen ähnlichen Beitrag leisten, summiert sich das im Kleinen zu etwas Größerem. Wer sich dafür interessiert, wie Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels aussehen kann, ist herzlich eingeladen, Gutes Gemüse kennenzulernen – etwa über eine vierwöchige Schnupperphase. Abholen könnt ihr euer Gemüse wahlweise direkt am Walzbachacker in Weingarten oder an unserer zweiten Ausgabestelle im Mitmach-Garten am Ostring in Karlsruhe-Oststadt.

Mehr Informationen und freie Plätze unter „Mitmachen„.


Quellen:

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