Am Samstag, 26. September 2026, findet der bundesweite Tag der Lebensmittelrettung von foodsharing statt – in mehr als 40 Städten im deutschsprachigen Raum, auch bei uns in der Region: In Karlsruhe, Bruchsal und Ettlingen wird an diesem Tag gerettet, was sonst im Müll gelandet wäre. Die geretteten Lebensmittel werden anschließend auf dem Marktplatz vor dem Rathaus Karlsruhe ausgestellt und fairteilt – Obst, Gemüse und Backwaren gehen an alle, die vorbeikommen.

Der Hintergrund: Foodsaver:innen retten jeden Tag mehr als drei Tonnen Lebensmittel – an diesem Aktionstag soll das sichtbar gemacht werden, um auf das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen. Das erklärte Ziel der Aktion: Lebensmittelwertschätzung bis in die Tagesschau zu bringen.

Alle Details und wie man mitmachen kann: foodsharing.de-Eventseite

Eine großartige Aktion, die zeigt: Lebensmittelverschwendung ist kein Naturgesetz, sondern ein Systemfehler, den man mit Organisation und Gemeinschaftssinn sichtbar machen und lindern kann. Foodsharing setzt dabei an einem wichtigen Punkt an: am Ende der Kette, wenn Supermärkte, Bäckereien oder Privatpersonen Überschüsse haben. Genau da retten Foodsaver:innen, was sonst im Müll landen würde.

Solidarische Landwirtschaft denkt das Problem von vorne

Bei einer SoLaWi wie Gutes Gemüse e.V. entsteht dieses Problem in der Form gar nicht erst – aus einem einfachen Grund: Die Ernte wird nicht produziert, um sie zu verkaufen, sondern um sie unter den Mitgliedern zu verteilen.

  • Vorher finanziert statt hinterher verkauft: Die Mitglieder tragen die Kosten der Saison im Voraus über ihre Ernteanteile. Was auf dem Feld wächst, gehört ihnen bereits – es muss also nicht erst einen Käufer finden, bevor es verwertet wird.
  • Die ganze Ernte wird verteilt, nicht nur das Vermarktbare: Es gibt keinen Grund, Gemüse auszusortieren, nur weil es nicht der Norm entspricht. Krumme Gurken, doppelte Möhren, kleine Kartoffeln – alles landet in der Kiste, weil es niemanden gibt, der es aus optischen Gründen ablehnen würde.
  • Kein Zwang zur Lagerfähigkeit oder Transportfestigkeit: Weil das Gemüse nicht tagelang durch Logistikketten reist oder wochenlang im Regal stehen muss, kann geerntet werden, wenn es reif ist – nicht wenn es am längsten haltbar ist.

Zwei Ansätze, ein Ziel

Foodsharing und SoLaWi ergänzen sich optimal:

  • Foodsharing rettet Überschüsse aus einem System, das strukturell Verschwendung produziert.
  • SoLaWi baut ein System, in dem diese Überschüsse gar nicht erst in dem Ausmaß entstehen – weil Anbaumenge und Bedarf von vornherein zusammengedacht werden.

Wer sich für die eine Idee begeistert, findet in der anderen oft die logische Fortsetzung.

Neugierig geworden?

Gutes Gemüse e.V. baut seit 2014 in Weingarten (Baden) Gemüse an – ohne Kunstdünger, ohne Pestizide, mit samenfestem Saatgut, und ohne dass am Ende der Saison Reste übrig bleiben, die niemand will. Aktuell gibt es noch freie Ernteanteile für die kommende Saison.

Mehr erfahren und Ernteanteil sichern.

Und falls die Foodsharing-Aktion euer Interesse geweckt hat: Schaut vorbei, rettet mit – und wenn ihr danach Lust auf noch mehr Sinnhaftigkeit beim Gemüse habt, wisst ihr ja, wo ihr uns findet.